Infoportal für Familien mit AD(H)S oder ähnlichen Verhaltensbesonderheiten
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AD(H)S - erkennen, verstehen, akzeptieren

Verhaltensauffälligkeiten wie z.B.

  • Reizüberforderung, 
  • Unaufmerksamkeit,
  • Hyperaktivität,
  • Lautstärke,
  • Opposition
  • oder hohe Impulsivität

können früher oder später die Familie so überstrapazieren, dass Sorgen, Konflikte und Stress in der Familie überhand nehmen. Ursachenforschung, Elternberatung, Selbsthilfemaßnahmen, therapeutische Unterstützung bzw. besondere Fördermaßnahmen können dann angeraten sein. 

 

Die Ursachen von ADS/ADHS-Symptomen können sehr vielfältig sein. In der Regel ist es so, dass sich diverse Einflussfaktoren auf das wenig stromlinienförmige Verhalten auswirken. ADS/ADHS-Ursachen können z.B. sein:

 

  • Stoffwechselstörungen (Mangel an Neurotransmittern im Gehirn)
  • Genetische Voraussetzungen
  • Traumatische Erlebnisse im Kleinkindalter
  • Ungefilterte Reizverarbeitung / Wahrnehmungsstörungen
  • Entwicklungsverzögerung
  • Verklemmte Wirbel (z.B. Halswirbel)
  • Extreme Stressfaktoren im Kleinkindalter
  • ...

 

Muss unbedingt der Begriff AD(H)S verwendet werden?

 

Um als Eltern leichter verstehen, akzeptieren und handeln zu können, kann es hilfreich sein, "dem Kind einen Namen zu geben". AD(H)S stellt einen in unserer Gesellschaft mittlerweile allgemein bekannten Oberbegriff dar, um die vielfältigen Verhaltensauffälligkeiten benennen zu können.

 

Es kann sicherlich gesagt werden, dass sich kein Kind mit Absicht "falsch" verhält. Ein Kind, dass schon im jungen Alter immer wieder emotional und sozial in Notsituationen gerät, handelt einfach irgendwann verstärkt abwehrend und störend.

 

Es gibt trotz allem heutigen Wissen über diese "Verhaltensstörung" weder ein Pauschalrezept, wie dem ADS/ADHS-Verhalten zu begegnen ist, noch "die eine" erfolgreiche Therapieform. Die Symptome und Verhaltensweisen sind bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt. Diagnostizierte Kinder müssen nicht alle im gleichen Maße ärztlich bzw. therapeutisch behandelt werden, denn jede familiäre Situation ist verschieden, jedes Kind hat seine eigene, ganz besondere Persönlichkeit, jedes Umfeld agiert auf eigene Art und Weise. Es kann Eltern (und Ärzten) helfen, möglichst weitgehend die Ursache herauszufinden, um das Kind bestmöglich fördern und therapeutisch begleiten zu können.

 

Ein erster wichtiger Schritt neben jeder Therapieform ist bestimmt, dass Eltern bzw. die Familie lernen, mit "Fehlverhalten", Konfliktsituationen sowie Stress gelassen und mit sich selber liebevoll umzugehen. Klarheit, Halt, Verständnis und viel Humor sind eine gute Basis für ein möglichst stabiles Familienleben.

 

Woran erkennt man eigentlich eine "Verhaltensauffälligkeit"?

 

Unaufmerksamkeit kann z.B. bedeuten, dass ein Kind...

  • ...Einzelheiten nicht beachtet oder Flüchtigkeitsfehler macht,
  • ...Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Ausdauer hat,
  • ...ungern Anweisungen durchführt und Auffordeungen von z.B. Eltern und/oder    Lehrern verweigert,
  • ...Schwierigkeiten hat, Aufgaben zu organisieren
  • ...oder sich leicht durch Reize ablenken lässt.

 

Hyperaktives und impulsives Verhalten bedeutet z.B., dass ein Kind...

  • ...häufig herumzappelt und kaum still sitzen kann,
  • ...häufig aufsteht, auch in unpassenden Situationen,
  • ...häufig herum läuft oder klettert,
  • ...Schwierigkeiten hat sich ruhig und ausdauernd zu beschäftigen,
  • ...schwer abwarten kann und andere häufig bei Gesprächen unterbricht,
  • ...oder auch übermäßig viel redet.

Die beeinträchtigten Abläufe im Gehirn können darüber hinaus zu Konzentrationsproblemen, Lernschwierigkeiten, niedrige Frustrationstoleranz, emotionalen Störungen und sozialen Schwierigkeiten führen.

Was genau ist nun AD(H)S?

 

ADHS - oder auch das  "Zappelphilipp-Syndrom"

 

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und bezeichnet eine Verhaltensstörung von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Gekennzeichnet ist das Verhalten durch

  • starke Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen,
  • ausgeprägte Unruhe und
  • starke Impulsivität

Laut dem Selbsthilfebuch "Wackelpeter & Trotzkopf" von Döpfner, Schürmann, Lehmkuhl gibt es nicht die eine ADHS-Eigenschaft, in der Regel liegt eine Kombination aus verschiedenen Symptomen vor.

 

ADS

 

Ein Kind mit ADS zeigt laut Frau Dr. Simchen auf Gesundheitsseiten.de keine Hyperaktivität, sondern ist eher ruhig, unaufmerksam und verträumt. Diese Wahrnehmungsbesonderheit führt aber ebenso häufig zu Schwierigkeiten in Schule, sozialem Umfeld und im familiären Alltag.

 

Kinder mit ADS/ADHS haben eine andere Wahrnehmung von ihren Schwächen und Wirkungen auf andere. Sie können sich häufig nicht in ihr Gegenüber hineinversetzen und mögliche Reaktionen einschätzen. Darüber hinaus können diese Kinder eigene Erfolge oft selbst nicht wertschätzen, was dazu führt, dass sie bei anhaltend negativen Rückmeldungen aus ihrer Umgebung Versagensängste und stark mangelndes Selbstvertrauen entwickeln.

 

 

Hochsensibilität

 

Es scheint, dass manche AD(H)S-Kinder dazu noch eine hochsensible Wahrnehmung aufweisen. Gefühlt sind sie häufiger mal beleidigt, reagieren auffallend stark auf z.B. Geräusche, Situationen, Stimmungslagen.

 

Hochsensible Menschen nehmen nach Aussage von Kristin Wirtz, Psychologische Beratung und Personal Coach aus Köln, ihre Umgebung intensiver wahr und denken mehr über sie nach. Sie sind empfindsamer als die meisten Menschen und schneller überreizt. Eine ständige Reizüberflutung kann zu starken Konzentrations- und Verhaltensstörungen führen. Andererseits kann Hochsensibilität aber auch eine besondere Stärke sein - wenn das Kind und sein nahes Umfeld diese ungewöhnliche Wahrnehmungsfähigkeit akzeptiert und damit bewusst umgehen lernt.

 

Video-Tipp:

"ADHS: Ursachen und Bekämpfung - Welt der Wunder"

Quelle: youtube.com (Dauer: 12 Minuten)

Ein berührender öffentlicher Brief an Mamas mit schwierigen Kindern

(gilt bestimmt auch für Papas):

 

"Liebe Mama mit dem schwierigen Kind.

 

Ich weiß, Du fühlst Dich verurteilt.

Während alle anderen Kinder lachen, weint Deines.

Während die anderen Kindern spielen, hat Deines einen Trotzanfall.

 

Während die anderen Kinder händchenhaltend, lachend durch den Park rennen, versteckt sich Deines hinter Dir, umklammert Deine Beine, als würde es ums Leben gehen und bettelt, dass es nach Hause will.

 

Während die anderen Kinder zuhören, versucht Deines Dich zu schlagen. In der Öffentlichkeit. Schon wieder.

 

Fremde geben Dir den Rat: „Alles, was Kinder brauchen, sind klare Grenzen.“- „Schaut so aus, als würde da jemand ein wenig Respekt lernen müssen!..." hier weiter lesen

 

(Quelle: frauenheute.com/2015/10/09 Autorin: Fleur)