Infoportal für Familien mit AD(H)S oder ähnlichen Verhaltensbesonderheiten
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 AD(H)S im Jugendalter

Als wäre deie Pubertät nicht schon anstrengend genug?! Irgendwie erscheint manchen jungen Menschen das Leben noch mal viel anstrengender als es den Anschein bei den Kumpels und/oder Freundinen macht.

 

Doch was ist das? Was ist los, wenn es einem jungen, tollen Menschen

  • auffällig häufig an Struktur und Motivation zu fehlen scheint.
  • Gefühle häufig überhandnehmen.
  • Die Anforderungen der Schule sehr anstrengen.
  • Das Zimmer aufräumen - eine voll nervige und überbewertete Aufgabe ist?
  • Was passiert mit einem, wenn Gruppenkonstellationen und Beziehungen zu anderen einfach nur anstrengend sind.
  • Man sich oft anders, kritisiert oder sogar missverstanden fühlt?

 

Beeinflussen solche Themen und Verhaltensweisen immer wieder den Alltag, dann lohnt es sich genau hinzugucken. Vielleicht sind Begriffe wie ADHS oder ADS schon mal ins Spiel gebracht worden? Wer auf dieser Website gelandet ist, der hat den Begriff ADHS bzw. ADS sicher schon mal gehört.

 

Das schwierige bei einer AD(H)S-Symptomatik ist, dass eine Grippe oder ein gebrochener Arm eindeutig als Krankheit zu erkennen ist, aber der Körper - als ganzheitliches System - kann an vielen, auch versteckten Stellen, krank werden. Wenn sich ein junger Mensch z.B. ständig missverstanden, nicht zugehörig oder überfordert fühlt, wenn Aktivitäten mit Gleichaltrigen oft nur anstrengend sind, wenn man in der Schule häufig auffällt und nervt, dann kann das auf Dauer die Seele krank machen.

 

Fallen solche Verhaltensbesonderheiten bereits im früheren Kindesalter auf und werden diese rechtzeitig behandelt, dann besteht eine gute Chance, dass der jugendliche Mensch bereits früh um seine "Besonderheiten" weiß und gelernt hat mit seinen Stärken und Schwächen bewusst umzugehen.

 

Doch, wenn AD(H)S-Symptomatiken nicht wirklich erkannt worden sind,

wenn es doch irgendwie alles immer noch so ohne therapeutische Hilfe geklappt hat,

dann kann es ab Beginn der Pubertät zu neuen, massiven Herausforderungen kommen.

 

Denn je älter ein junger Mensch wird, um so mehr

  • Selbstorganisation,
  • Eigenverantwortlichkeit,
  • Konzentrationsfähigkeit,
  • Verlässlichkeit und
  • Gruppenfähigkeit wird in Schule, Studium oder Ausbildung erwartet.

Die Eltern nerven nur noch

 

Selbst wenn das Verhältnis zu den Eltern noch so gut ist, irgendwie nerven diese häufig nur noch. Sie können einen mit Ihren Kommentaren, Anforderungen und Fragen wirklich provozieren:

"Komm bitte jetzt direkt zum Essen"

"Räum dein Zimmer ordentlich auf"

"Komm nicht so spät nach Hause"

"Mit wem triffst du dich heute?"

"Spiel nicht schon wieder ohne Pause PlayStation"

"Hast du für die Mathearbeit gelernt"

"Was, du hast eine 5 in Französisch?"

"Steh bitte auf und mach dich fertig".....

 

Mit einem Therapeuten sprechen? Verschwendete Zeit, nervt auch nur.

 

Aus dem "Schlamassel" wieder rauskommen

 

  • Doch, wenn das Leben zu oft holprig verläuft,
  • wenn man sich eigentlich nur noch verstecken,
  • den Herausforderungen des anstehenden Tages nicht begegnen möchte,

dann lohnt sich, inne zu halten, sich selbst ernst zu nehmen und sich ehrlich mit seinen Gefühlen und Verhaltensmustern auseinander zu setzen.

 

Das Leben bietet viele Möglichkeiten.

 

  • Manche junge Menschen entscheiden sich dafür, den ganzen Tag im Bett zu liegen,
  • andere verschwinden nach Möglichkeit nur noch in der anonymen Welt der Online-Spiele,
  • die nächsten finden Selbstvertrauen im Alkohol,
  • schlimmstenfalls werden Drogen genommen, damit das Leben für einen ersten Augenblick leichter erscheint.
  • Ganz wunderbar einfach ist sowieso, wenn man allen anderem die Schuld für die lästigen Ereignisse im Leben in die Schuhe schieben kann.

 

Ehrlich mit sich sein und sich mögen lernen

 

Oft muss erst die Not richtig groß sein, bevor ein Mensch (egal welchen Alters) merkt, dass es Zeit wird sich zu ändern. Klar, auf sich selbst zu gucken, das ist in der Regel ja auch echt anstrengend. Doch wer seine eigenen Verhaltensmuster verstehen, sich selber mögen und Mechanismen lernt, mit starken Emotionen umzugehen, der kann gut gewappnet und erfolgreich ins Erwachsenenalter starten. Es ist angeraten, die Not nicht erst richtig groß werden zu lassen. Je früher man sich mit sich selber auseinandersetzt, um so schneller können Schwierigkeiten und lästige Besonderheiten konstuktiv angepackt und nervige Lebensumstände geändert werden.

 

Online Unterstützung und Informationen speziell für Jugendliche

 

Es gibt viele sinnvolle therapeutische Möglichkeiten. Beispielsweise Theater-, Verhaltens- oder Ergotherapie. Vielleicht müssen sogar langfristige, medizinisch begleitete Maßnahmen her. Wer sich jedoch erst einmal mit sich alleine - im eigenen Reich - mit der Thematik AD(H)S auseinander setzen möchte, findet hier kompetente und auf Jugendliche ausgerichtete Unterstützung:

 

myadhs.com - das AD(H)S-Online-Buch

 

In dem Online-Buch "myadhs.com" können sich Jugendliche - aber auch Eltern - über ADS und ADHS, über die Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten informieren. "myadhs.com" kann nicht das Gespräch mit einem Arzt oder Psychologen ersetzen – aber die Seite gibt einen tollen Überblick und bietet jede Menge an nützliches Wissen. Auch helfen die Infos, Geschwister oder Freunde und Freundinnen besser zu verstehen, die sich mit AD(H)S herumschlagen.

 

"myadhs.com" wurde von Dr. med. Adam Alfred, Kinderarzt und Kinder- und Jugendpsychiater hauptverantwortlich herausgegeben. Weitere Autoren sind: Klaus Wener Heuschen, Kinder und Jugendpsychiater; Stefanie Eiden, Psychologin und Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz,Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie.

 

Online-Selbsthilfe des ADHS-Deutschland e.V.

 

Jugendliche finden über ADHS-Deutschland e.V. die Möglichkeit einer von einem Jugendberaterteam begleiteten, virtuellen Selbsthilfegruppe. Nähere Informationen per Email: Junge-Selbsthilfe(at)adhs-deutschland.de

 

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