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Symptome und Stärken von AD(H)S

Eltern möchten das Beste für Ihr Kind. Dazu gehören soziale Kontakte, eine gute Schulbildung und vor allem eine unbeschwerte Kindheit. Aber manchmal kommt es anders als geplant und das Kind zeigt AD(H)S-Verhaltensweisen, auf die niemand vorbereitet war.

 

Ein Kind mit ADHS-Symptomen zeigt in hohem Maße Verhaltensauffälligkeiten wie

  • Reizüberforderung,
  • Unaufmerksamkeit,
  • Hyperaktivität,
  • Opposition,
  • soziale Schwierigkeiten oder
  • hohe Impulsivität.

Die meisten Schwierigkeiten gelten auch für ein ADS-Kind, das weniger hyperaktiv, dafür aber verträumt, unkonzentriert, langsam und empfindlich ist und ebenfalls soziale Schwierigkeiten haben kann.

 

Kommt Ihnen das bekannt vor?

 

Im Kleinkinderalter

Ausgeprägte Trotzphase, alles wird ausprobiert, ständig geht etwas kaputt, konstruktives Spiel gibt es nicht, statt dessen ist das Spielverhalten destruktiv und chaotisch. Gruppenspiele werden abgelehnt. Die Unruhe ist ansteckend und störend. Das Familienleben wird durch permanente Unruhe und häufige Wutanfälle, Erziehungsprobleme sowie Unverständnis von Freunden und der weiteren Familie sehr stark beansprucht.

 

Im Schulalter

Es scheint als ob die Hyperaktivität und Impulsivität noch stärker auftritt als bereits im Kleinkinderalter. Stillsitzen, konzentrieren, Regeln einhalten, in der Gruppe angepasst handeln, Leistungsdruck,... Alles das fällt dem Kind extrem schwer.

 

In der Schule wird es erst richtig herausfordernd. Während im Kindergarten oft noch gute Möglichkeiten bestanden, ein AD(H)S-Kind aufzufangen, ist in der "normalen" Grundschule dafür selten Raum. Stress mit Lehrern, Hausaufgaben und anderen Kindern ist ständiger Begleiter. Das zehrt an den Nerven. Das Kind verstärkt zu allem Überfluss aus Unsicherheit sein Fehlverhalten. Soziale Ausgrenzung, Streit und Überforderung nehmen zu.

 

Symptome für ADS/ADHS können u.a. sein:

  • Entwicklungsverzögerungen
  • kleinkindliches Verhalten im Schulalter
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • wenig Gefahrenbewusstsein
  • Impulsivität
  • kaum Lernzuwachs durch negative Erfahrungen
  • niedrige Frusttoleranz
  • niedriges Selbstwertgefühl
  • mangelndes Sozialverhalten
  • Außenseiterrolle

 

Treten diese oder ähnliche Verhaltensweisen übermäßig auf, dann kann dies früher oder später eine Familie so sehr überstrapazieren, dass Sorgen in der Familie überhandnehmen.

 

Wenn ein übermäßig stressiges Verhalten Ihren Familienalltag über alle Maßen negativ beeinflusst, dann ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen. Unterstützung und Verständnis können dabei helfen, die anstrengende Lebenssituation mit einem AD(H)S-Kind besser annehmen und konstruktiv begegnen zu können.

 

Diverse Beratungs- und Selbsthilfestellen, können eine AD(H)S-Familie unterstützen.

"Der ADHS-Teufelskreis"

Bitte immer wieder daran denken: Es ist keine Frage der Schuld!

Es ist ja klar, keine Familie mit einem ADHS-Kind hat sich so eine Entwicklung jemals im Vorfeld vorstellen können und bewusst die Verhaltensstörungen "anerzogen".

Selbst wenn das soziale Umfeld - allen voran die Familie - dem "besonderen Kind" überwiegend mit Halt und Verständnis begegnen kann, stellt die Erziehung bei ausgeprägten AD(H)S-Verhaltensschwierigkeiten eine extreme Herausforderung dar.

 

Es ist ganz wichtig, zusammen zu halten und Stärken bewusst wahrzunehmen. Dabei muss man sich und seine Familie gelegentlich schon mal schützen, sich gegen falsche Erwartungshaltungen und Vorwürfe von Außen abgrenzen.

 

Ein anderer Blickwinkel tut immer mal gut!

 

Kinder fallen in der Regel eher mit negativem als mit positivem Verhalten auf. Das ist in unserer Gesellschaft leider so.

 

Dabei wollen die Kinder mit AD(H)S eigentlich nicht mit Absicht "stören" oder aus dem Rahmen fallen. Man muss akzeptieren, dass sie eine andere Wahrnehmung von ihren Schwächen und Wirkungen auf andere Menschen haben. Sie können sich häufig nicht in ihr Gegenüber hinein versetzen oder mögliche Reaktionen einschätzen. Darüber hinaus entgehen diesen Kindern viele eigene Erfolge, was bewirkt, dass sie bei anhaltend negativen Reaktionen aus ihrer Umgebung allmählich das Gefühl bekommen, nichts zu können und nichts wert zu sein. Daraus entsteht leicht ein Teufelskreis aus Fehlverhalten, Streit, Vorwürfen, Wut und Enttäuschung.

 

AD(H)S Kinder sind nun einmal oft sensibler und nehmen Eindrücke. Emotionen, Geräusche oder Störungen viel deutlicher wahr als ein Kind mit ausgeglichener neurobiologischer Entwicklung.

 

Lesen Sie zu dazu den interessanten Artikel "Kinder sind überall auf der Welt das größte - nur in Deutschland nicht", veröffentlich über Focus Online (Familie/Erziehung) am 26.03.2017.

Den Teufelskreis verlassen und positive Eigenschaften beachten

 

Treten Sie als Eltern aktiv aus dem Teufelskreis heraus! Achten Sie bewusst auf die vielen positiven Eigenschaften Ihres Kindes, arbeiten Sie an den Begabungen und geben Sie den Stärken mehr Gewicht als den störenden Eigenschaften. Selbst wenn das nicht immer sofort greift, wer einmal damit anfängt, bei dem klappt es immer öfter!

 

Die Stärken des Kindes zu erkennen, täglich positiv wahrzunehmen und sich daran zu erfreuen, das ist viel wertvoller als eine Diagnose, Symptombetrachtung und eine ständige Fokussierung auf das "Fehlverhalten". Die positiven Eigenschaften sollten möglichst häufig benannt, gewürdigt und somit positiv verstärkt werden.

 

Das Sonnen-Tagebuch (Quelle: IFWL) bietet eine gute Grundlage jeden Tag zusammen mit dem Kind gemeinsame auf die Stärken zu achten.

 

Bestimmt fällt Ihnen an Ihrem Kind auch auf, dass dies neben dem anstrengenden "Fehlverhalten" ganz viele Dinge besonders gut macht?!

 

Beispiele für Stärken und besondere Eigenschaften:

  • Kreativität und Phantasie
  • Sensibilität
  • Intuition
  • Natur- und Tierliebe
  • Kein nachtragendes Verhalten
  • Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Offenheit für Neues
  • Gute Beobachtungsgabe und Orientierungssinn
  • Starker Wille
  • Ungewöhnliche Ideen
  • Humor
  • Musikalität
  • ......

Zitat von Alexandra Köhler, Die Kinderflüsterei - Das besondere Elterncoaching für Kinder und Eltern

 

"Unterschätz nicht den Einfluss, den deine Sicht auf dein Kind hat.
Dein Blick auf dein Kind bestimmt nicht nur, wie du es wahrnimmst, sondern auch, wie es selbst sich durch dich wahrnimmt, womit deine Sicht mit darüber entscheidet, wer dein Kind wird.

  • Ist es ein unerträglicher Dickkopf oder sorgt es für sich?
  • Ist es eifersüchtig auf die kleine Schwester oder braucht es dich?
  • Hält es sich nicht an Abmachungen oder ist es stark genug, eigene Entscheidungen zu treffen?
  • Hängt es schulisch hinterher oder hat es sein eigenes Tempo?
  • Ist es unselbständig und fordernd oder vertraut es dir noch mehr als sich selbst?

Deine Sicht auf dein Kind ist, was du an deinem Kind wahrnimmst.


Gefällt dir nicht was du siehst, sieh es anders, denn veränderst du deine Perspektive, erkennst du ein anderes Kind, weil dein Kind entweder nie war, was du gesehen hast oder weil es endlich sein darf wer es ist.

 

Du alleine entscheidest darüber, was du siehst.


Mach deinem Kind doch heute mal Platz und wechsel die Perspektive.
Und wenn du schon dabei bist: deinem Partner auch.

 

Und dir gleich mit."

 

Quelle: facebook.com/Alexandra.Koehler.Coaching.fuer.Kinder.und.Eltern

Hier ein Link auf die Coaching-Website von Alexandra Köhler, Die Kinderflüsterei

Kurze, schöne Erkenntnis zu menschlichen Stärken und Besonderheiten - erzählt von Eckart von Hirschhausen

Quelle: www.youtube.com/user/hirschhausent

 

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Selbsthilfetipps

Kinder mit AD(H)S- sind besonders. Sie haben oft besonders ausgeprägte Fähigkeiten, können aber auch besonders gut mit Fehlverhalten auffallen. Die Erziehung dieser besonderen Kinder stellt meist eine große Herausforderung dar. Darum sind die meisten Familien mit AD(H)S-Kindern über Hilfe,  Verständnis und Unterstützung dankbar.

 

Aber sich selber helfen... Wie soll das denn bitte funktionieren und was soll das überhaupt bringen?... Lesen Sie mehr

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