Infoportal für Familien mit AD(H)S oder ähnlichen Verhaltensbesonderheiten
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Klinikaufenthalt zur Therapie bei AD(H)S

Für Kinder, die trotz aller Bemühungen, therapeutischer Maßnahmen und gezielter Förderung nicht aus den extremen Verhaltenskrisen herauskommen und dadurch immer weiter in große seelische Not geraten, kann es sinnvoll sein, eine gezielte stationäre Behandlung anzustreben.

 

Reha-Kliniken

Ein kurzfristiger Ansatz für eine Behandlung in einer Fachklinik kann eine Rehamaßnahme speziell für AD(H)S-Kinder - dies in der Regel in Begleitung eines Elternteils - sein. Es gibt auch Rehafachkliniken, die Kinder gezielt ohne Begleitung von einem Elternteil behandeln. In den Rehakliniken wird der Schwerpunkt auf die Stabilisierung und Gesundung des Kindes gelegt. Therapien, Überprüfung der Medikation, Ursachenforschung und Verhaltenstrainings werden durchgeführt, um dem Kind zu helfen - dies sinnvollerweise unter Einbindung von Eltern, Lehrern und Therapeuten zu Hause. Eine Reha-Aufenthalt läuft je nach Kostenräger (z.B. Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Beihilfestelle oder private Krankenversicherung) über mindestens drei Wochen.

 

Reha-Kliniken können z.B. bei der Krankenkasse erfragt werden. Eine Bewertung von Reha-Kliniken ist auf der Website vom ADHS Deutschland e.V. zu finden.

 

Tagesklinik oder vollstationärer Aufenthalt

Eine Tagesklinik ist eine medizinische Einrichtung, die Kinder und Jugendliche tagsüber teilstationär behandelt. In diesem Konzept ist u.a. eine feste Beschulung nach Lehrplan eingebunden. Ab dem späten Nachmittag, an Feiertagen und an den Wochenenden sind die Kinder zu Hause. In einer Tagesklinik arbeiten Ärzte, Diagnostiker, Therapeuten und Pädagogen zusammen. Eltern werden integriert.

 

Ist die seelische Not sehr groß, eventuell verbunden  z.B. extremer Dauerstress in Familie und Schule, Schulverweigerung oder selbstverletzendem Verhalten, dann kann ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Fachklinik angeraten sein. Dies kann Sinn machen, wenn bisherige ambulante Maßnahmen, dem Kind nicht zu einer Verbesserung seiner Situation verhelfen können. Auch kann ggf. ohne lange "Experimentierzeit" eine Medikamenteneinstellung für das Kind (verträglicher, wirkungsvoller Wirkstoff und Dosierung) gefunden werden.

 

Sich für eine Behandlung in einer psychiatrischen Fachklinik zu entscheiden, ist für Eltern und Kind in der Regel kein einfacher Schritt. Aber der ganzheitliche Blick, die intensive pädagogische, medizinische und therapeutische Betreuung des Kindes gesamthaft in einer Einrichtung, kann für alle Beteiligten sehr wertvoll und hilfreich sein.

 

Für den Fall, dass es nach Rücksprache mit den Ärzten für das Kind hilfreicher erscheint, ganz außerhalb des bestehenden Systems untersucht und behandelt zu werden, kann ein vollstationärer Aufenthalt inkl. Unterkunft und Verpflegung angeraten sein. Dabei ist denkbar, dass der vollstationäre Aufenthalt einem Aufenthalt in der Tagesklinik für eine kurze Zeit vorgeschaltet wird. Eine entsprechende Klinik kann z.B. über den Kinderarzt oder den ambulanten Fachtherapeuten gefunden werden.

 

Kur-Kliniken

Eltern-Kind-Kuren können zu Abstand vom Alltag und zu Erholung verhelfen. Hier liegt der Schwerpunkt auf Erholung und Entspannung, um größeren gesundheitlichen Beschwerden vorzubeugen. Therapeutische Unterstützung wird hier im geringen Rahmen geboten. Es gibt spezialisierte Kurkliniken mit ADHS-Fachprogrammen und erfahrenem Personal. Es ist ratsam im Vorfeld bei der Auswahl der Klinik gut darauf zu achten, dass  die Kinderbetreuung mit ADHS-Kindern wirklich kompetent umgehen kann.

 

Für eine Behandlung von bestehenden schweren Krankheitsverläufen ist eher eine Reha in einer Fachklinik oder ein stationärer Aufenthalt geeignet.