Infoportal für Familien mit AD(H)S oder ähnlichen Verhaltensbesonderheiten
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Leben mit ADS/ADHS

Besondere Anforderungen an die Familie

 

Mit einem besonderen Kind in der Familie - das ADS/ADHS-Verhaltensweisen einbringt - sind die Anforderungen an das Familiensystem groß. Erziehungskonzepte, Partnerschaft und Familienzusammenhalt werden regelmäßig auf die Probe gestellt.

 

Es gibt viele Themen zu bewältigen. Seien es...

  • ...Entwicklungsverzögerungen
  • ...Lernschwierigkeiten
  • ...Überforderung von Familienmitgliedern
  • ...Geschwisterkonflikte
  • ...Vorwürfe gegenüber Partner und/oder Kind
  • ...Verunsicherungen
  • ...Alte Verhaltensmuster von Eltern und Kind
  • ...Nicht erfüllte Erwartungshaltungen an andere
  • ...Ängste und Sorgen
  • ...Stress in Familie und Schule
  • ...Ausgeprägtes Unverständnis des nahen Umfelds
  • ...Entscheidungen über Therapien - vielleicht sogar über Medikamente
  • ...Abstimmung der Erziehungsstrategien
  • ...

 

Raus aus dem Hamsterrad

 

Mit einem (oder sogar mehreren) Familienmitglied(ern) mit einer ADHS-Verhaltensstörung kann es schwer sein, ganz ohne Unterstützung aus dem alltäglichen Hamsterrad heraus zu kommen.

 

Ein riesengroßer Schritt kann bereits sein,

  • sich die schwierige und komplexe Verhaltensthematik in der Familie ehrlich einzugestehen,
  • diese zu akzeptieren,
  • in der Erziehung geschlossen aufzutreten,
  • AD(H)S-Eigenschaften nicht als persönliche Schwäche anzusehen,
  • und trotz Sorgen, Unruhe und Stress so viel wie möglich zusammen zu lachen.

 

Ein Umfeld ohne Vorwürfe und Streit ist die beste Therapie.

 

Es gehört viel Kraft und Gelassenheit dazu, den Weg durch ADHS möglichst stressfrei zu gestalten und dabei allen Familienmitgliedern gerecht zu werden. Es ist dabei sehr hilfreich, auf die Stärken der Familie und vor allem die des AD(H)S-Kindes zu achten!

 

Selbsthilfeangebote können helfen, konstruktiv mit den Eigenheiten eines "besonderen Kindes" und dem Alltag umgehen zu können.

Eltern sind Leuchttürme für ihr Kind

 

Leben die Eltern zusammen als Familie in einem Haushalt, dann ist eine gemeinsame Erziehungsstrategie mit einem beständigen Blick auf das Positive ein wichtiger Schlüssel für ein gutes, verlässliches Miteinander.

  • An einem Strang zu ziehen,
  • die Methoden des anderen auszuhalten (z.B. Konfliktverhalten),
  • sich gegenüber dem Kind nicht zur wiedersprechen, das alles ist schon bei der "normalen" Erziehung nicht immer leicht.

 

Vor allem, wenn Vater und Mutter sehr unterschiedliche Ansichten und Erziehungsmethoden vertreten, dann fordert das die Eltern noch einmal mehr heraus. Die große Kunst ist es dann, möglicherweise mit Hilfe von Erziehungsberatung bzw. Elterncoaching, einen gemeinsamen, streitfreien Weg zu finden.

 

Ein möglichst klarer und abgestimmter Umgang der Eltern miteinander kann dem AD(H)S-Kind sehr helfen, weniger Stress zu empfinden und ist ausschlaggebend für eine harmonische Partnerschaft.

 

Getrennt- oder alleinerziehend

 

Für getrennt lebende, gemeinsam sorgende Eltern, wie auch für Alleinerziehende, ist es besonders wertvoll, wenn eine eigene, sichere Haltung gegenüber dem Kind und den Herausforderungen des ADHS-Alltags gefunden wird. Ein klarer, verlässlicher und verbindlicher Erziehungsstil ist dann noch einmal besonders wichtig. Und es ist wichtig sich möglichst viel Unterstützung zu holen und auch mal Verantwortung abzugeben. Es sollte, versucht werden, den anderen Elternteil nicht zu untergraben, sondern den vielleicht anderen Erziehungsstil des Partners zu akzeptieren. Das ist sicherlich nicht immer leicht. Aber es lohnt sich für alle - für die getrennten Eltern und vor allem für das Kind - wenn weiterhin möglichst abgestimmt die Elternrolle von beiden Seiten eingenommen werden kann. Akzeptanz der Situation und eine eigene Klarheit verschafft dem Kind Sicherheit und es lernt mit möglicherweise unterschiedlichen Erziehungsstilen umzugehen. Wenn eine gemeinsame Erziehungsstrategie und ein respektvoller Umgang mit dem ADHS-Kind trotz aller Bemühungen nicht möglich ist, dann können Einrichtungen wie z.B. das Jugendamt mit Maßnahmen der Familienhilfe unterstützen.

 

Auf der Website www.kindererziehung.com/gesundheit/familienhilfe.php können Sie Informationen zur Familienhilfe nachlesen.

 

Bei Stress in der Familie mit AD(H)S kann es unglaublich hilfreich und entlastend sein, auch mal Verantwortung abgeben zu können sowie in kritischen Situationen Beratung oder Unterstützung anzunehmen.

 

Verantwortung abgeben - zum Beispiel an:

  • Großeltern
  • Verlässliche Kinderbetreuung
  • Ausgebildete Tagesmutter
  • Familienzentren
  • Familienhilfe des örtlichen Jugendamtes
  • Ergo- oder Psychotherapie
  • Erziehungsberatung

 

Ein beständiger Blick auf die vielen positiven Seiten und Fähigkeiten des Kindes stärkt die Zuversichert im Umgang mit einem ADHS-Kind, hilft aktiv Unterstützung annehmen zu können und darüber verstärkt eigene Lösungen zu finden.

 

Je bewusster und gelassener eine Familie mit den Verhaltensweisen des AD(H)S-Kindes umgeht, um so entspannter kann der Alltag gestaltet werden. Neben Förderprogrammen und Therapien können gerade Selbsthilfeangebote eine wertvolle Unterstützung darstellen.

 

 

"Besinnungsphase" für Eltern

 

Wann immer die Zeit dafür zur Verfügung steht, können bewusst gesteuerte positive Gedanken den Blick auf das Leben mit einem ADHS-Kind vereinfachen.

 

Hier ein paar Fragestellungen zur Veränderung der eigenen Einstellung und Stärkung des positiven Blicks auf das Kind: 

  • "Habe ich mein Kind heute schon positiv wahrgenommen?"
  • "Was ist mir positiv aufgefallen?"
  • "Haben wir heute schon zusammen gelacht?"
  • "Habe ich mit Humor auf eine anstrengende Situation reagieren können?"
  • "Habe ich heute schon eine entspannte, kritik- und stressfreie Zeit mit meinem Kind verbracht?"
  • "Habe ich mein Kind gelobt?"
  • "Habe ich heute schon stolz auf meine eigenen Leistungen (und evtl. die meines Partners) geguckt?"

Unbox your life. Ein positiver Blick auf das Leben und unsere Kinder

 

In diesem YouTube-Video erzählt der Speaker und Autor Tobias Beck wunderschöne, berührende und inspirierende Geschichten.

 

25 Minuten gut investierte Zeit. Los gehts: "Unbox your life"

 

In diesem Vortrag können Sie erfahren:

  • Wie man wirklich als Leuchtturm für sein Kind da sein kann!
  • Wie man das Leben mit seinem Kind feiern kann (auch wenn es jeden Morgen um 5:30 Uhr voller Energie aufwacht)!
  • Wie man dem Leben positiv und optimistisch begegnen kann!
  • Was es bedeuten kann, dankbar durchs Leben zu gehen!
  • Wie wichtig es ist, dass Veränderung und mutige Sichtweisen unbedingt notwendig für unsere Gesellschaft sind!
  • Wie wichtig Seesterne-Werfer in dieser Welt sind!
  • Wie erfolgreich ein Mensch - auch nach Förderschule und diversen Schulwechseln - sein kann!

Quelle: youtube.com/watch?v=e0nSkMcJf54

 

Ein Kind mit ADHS kann bestimmt so manchesmal sein Umfeld ordentlich nerven und mit seinen Fragen, einem starken eigenen Willen und einer intensiven emotionalen Gemütslage zur Verzweiflung bringen, aber bestimmt gehören viele von ihnen zu den Seesterne-Werfern!

 

Diese oft hochsensiblen, sehr wahrnehmungsfähigen, selbständig denkenden und empathischen Kinder gehören zu den Menschen,

  • die Fragen stellen,
  • die eine eigene Meinung haben und
  • sich für soziale Ungerechtigkeit interessieren und stark machen.

 

Wir brauchen unbedingt mehr Seesterne-Werfer in dieser Welt!"

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