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Klinikaufenthalt zur Therapie bei AD(H)S

Wenn ambulante Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um dem Kind zu helfen oder einfach mal eine längere Pause nötig ist, um endlich mal aus dem anstrengenden Alltag austreten zu können, dann kann eine ärztlich begleitete stationäre Maßnahme eine gute Lösung sein.

 

Je nach Bedarf, Situation und ärztlicher Diagnose kann eine mehrwöchige Kur zur Erholgung/Prävention, eine Reha zur Beseitigung einer chronischen Gesundheitsgefährdung oder sogar eine teil-/vollstationäre Behandlung bei ADHS angebracht sein.

 

Über die passende Maßnahme wird zusammen mit dem behandelnden Arzt entschieden.

 

Kur

Eltern-Kind-Kuren können zu Abstand vom Alltag und zu Erholung verhelfen. Hier liegt der Schwerpunkt auf Erholung und Entspannung, um größeren gesundheitlichen Beschwerden vorzubeugen. Therapeutische Unterstützung wird hier im geringen Rahmen geboten. Es gibt spezialisierte Kurkliniken mit ADHS-Fachprogrammen und erfahrenem Personal. Es ist ratsam im Vorfeld bei der Auswahl der Klinik gut darauf zu achten, dass  die Kinderbetreuung mit ADHS-Kindern wirklich kompetent umgehen kann.

 

Für eine Behandlung von bestehenden schweren Krankheitsverläufen ist eher eine Reha in einer Fachklinik oder ein stationärer Aufenthalt geeignet.

 

Eine Bewertung von Kur-Kliniken ist auf der Website vom ADHS Deutschland e.V. zu finden.

 

Reha

Ein kurzfristiger Ansatz für eine Behandlung in einer Fachklinik kann eine Rehamaßnahme speziell für AD(H)S-Kinder - dies in der Regel bis zum 12. Lebensjahr in Begleitung eines Elternteils - sein. Wenige Rehafachkliniken behandeln Kinder unter 12 Jahren gezielt ohne Begleitperson. In einer Rehaklinik wird der Schwerpunkt auf die Stabilisierung und Gesundung des Kindes gelegt. In der Klinik erfolgen Untersuchungen, therapeutische Maßnahmen, Überprüfung der Medikation, Ursachenforschung, Entspannungsmaßnahmen und Verhaltenstrainings. Dies unter Einbindung des begleitenden Elternteils. Eine Reha-Aufenthalt läuft je nach Kostenräger (Das kann sein: gesetzliche Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Beihilfestelle oder private Krankenversicherung) über mindestens drei Wochen.

 

Spezialisierte Reha-Kliniken können z.B. bei der Krankenkasse erfragt werden. Der Selbsthilfeverein ADHS-Deutschland e.V. hat einige Kur-/Rehakliniken bewertet. Die Ergebnisse können auf der Website von ADHS-Deutschland e.V. nachgelesen werden: www.adhs-deutschland.de

 

Hinweis zur Kostenübernahme bzw. Beantragung einer Reha-Maßnahme:

  • Gesetzliche Krankenkassen stellen für den Antrag ein spezielles GKV-Antragsformular zur Verfügung. Dies Formular wird gemeinsam mit  Haus-, Kinderarzt oder Psychiater ausgefüllt.
  • Private Kassen lehnen Reha-Maßnahmen eher ab, außer diese Leistung wurden explizit im Vertrag eingeschlossen. Ob eine Reha-Leistung von der PKV übernommen wird, sollte vorher trotzdem angefragt werden. Manche Private Kassen übernehmen die Kosten aus Kulanz, wenn gut argumentiert wird, welche Folgekosten ohne Reha auf die Versicherung zukommen können.
  • Rententräger übernehmen nicht nur Reha-Maßnahmen für den versicherten Elternteil, sondern oft auch die Reha-Kosten für chronisch kranke Kinder. Dies sogar über mindestens sechs Wochen Reha-Dauer. Über den Rententräger können spezielle Anträge für eine Kinder-Maßnahme erhalten werden. Hier ein Link zum Formularpaket für Kinder und Jugendliche der Deutschen Rentenversicherung.

Bei der Beantragung ist es sinnvoll, vom Arzt gut begründen zu lassen, dass diese Maßnahme wichtig ist, um eine langfristige Schul- und zukünftige Arbeitsfähigkeit sicher zu stellen. Auch ist es hilfreich, wenn klar formuliert wird, dass alle bisherigen ambulanten Therapiemaßnahmen nicht ausreichend zum Erfolg geführt haben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Antrag vom Rententräger erst einmal abgelehnt wird. Ein Widerspruch lohnt sich, eben vor allem mit Blick auf eine mögliche Schul- oder sogar Berufsunfähigkeit des Kindes aufgrund der ADHS-Symptome und eine chronische Überlastung und damit dem hohen Risiko einer Berufsunfähigkeit des beantragenden Elternteils.

 

Psychiatrische Tagesklinik

Für Kinder, die trotz aller Bemühungen, therapeutischer Maßnahmen und gezielter Förderung nicht aus den extremen Verhaltenskrisen herauskommen und dadurch immer weiter in große seelische Not geraten, kann es sinnvoll sein, eine gezielte stationäre Behandlung anzustreben.

 

Eine psychiatrische Tagesklinik ist eine medizinische Einrichtung, die Kinder und Jugendliche tagsüber teilstationär behandelt. In diesem Konzept ist u.a. die Diagnose, Verhaltenstrainingd und eine professionelle Beschulung nach Lehrplan eingebunden. Ab dem späten Nachmittag, also auch über Nacht, an Feiertagen und an den Wochenenden sind die Kinder zu Hause. In einer Tagesklinik arbeiten Ärzte, Diagnostiker, Therapeuten und Pädagogen zusammen. Eltern werden integriert.

 

Eine Tagesklinik stellt eine gute Möglichkeit dar - losgelöst von den sonstigen Alltagsanforderungen - eine konzentrierte Behandlung und umfassende Diagnose zu erhalten. Trotzdem kommt das Kind wie gewohnt nach Hause und verbringt viel Zeit in der Familie.

 

Ein Aufenthalt in der Tagesklinik setzt eine Überweisung des Haus- bzw. Kinderarztes voraus. Nach dem Anmeldegespräch muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Der Einstieg in die Klinik kann nach der Wartezeit sehr plötzlich von einem Tag zu anderen erfolgen, da dies immer von einem kurzfristig frei werden Platz abhängt.

 

Vollstationärer Aufenthalt

Ist die seelische Not sehr groß, eventuell verbunden  z.B. extremer Dauerstress in Familie und Schule, Schulverweigerung oder selbstverletzendem Verhalten, dann kann ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Fachklinik angeraten sein. Dies kann Sinn machen, wenn bisherige ambulante Maßnahmen, dem Kind nicht zu einer Verbesserung seiner Situation verhelfen können. Auch kann ggf. ohne lange "Experimentierzeit" eine Medikamenteneinstellung für das Kind (verträglicher, wirkungsvoller Wirkstoff und Dosierung) gefunden werden.

 

Sich für eine Behandlung in einer psychiatrischen Fachklinik zu entscheiden, ist für Eltern und Kind in der Regel kein einfacher Schritt. Aber der ganzheitliche Blick, die intensive pädagogische, medizinische und therapeutische Betreuung des Kindes gesamthaft in einer Einrichtung, kann für alle Beteiligten sehr wertvoll und hilfreich sein.

 

Für den Fall, dass es nach Rücksprache mit den Ärzten für das Kind hilfreicher erscheint, ganz außerhalb des bestehenden Systems untersucht und behandelt zu werden, kann ein vollstationärer Aufenthalt inkl. Unterkunft und Verpflegung angeraten sein. Dabei ist denkbar, dass der vollstationäre Aufenthalt einem Aufenthalt in der Tagesklinik für eine kurze Zeit vorgeschaltet wird.

 

Eine entsprechende Klinik kann z.B. über den Kinderarzt oder den ambulanten Fachtherapeuten gefunden werden.

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